Die biologische Vielfalt steht heute im Mittelpunkt gezielter Maßnahmen auf internationaler Ebene. Warum ist sie so wichtig?
Biodiversität ist die Vielfalt der Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen, die in ihrer Beziehung zueinander ein grundlegendes Gleichgewicht für unseren Planeten schaffen. Die biologische Vielfalt liefert Nahrung, sauberes Wasser, sichere Zufluchtsorte und Ressourcen, die für unser Überleben unerlässlich sind. Sie ist unentbehrlich für die Umwelt und für die Bekämpfung des Klimawandels.
Aus all diesen Gründen haben internationale Regierungsstellen die grundlegende Rolle der biologischen Vielfalt erkannt und verpflichten sich zu Maßnahmen zu ihrer Wiederherstellung und Erhaltung. So hat die EU-Kommission zusammen mit dem‚Farm to Fork‚-Plan, der sich auf den ökologischen Landbau und die Reduzierung von Pestiziden konzentriert, die Europäische Strategie zur biologischen Vielfalt 2030 vorgestellt, die Teil des Green Deal ist. Dieser Plan zielt darauf ab, die EU-Wirtschaft bis 2050 nachhaltig und klimaneutral zu gestalten.
Aber das ist noch nicht alles. Die Analyse des Themas zeigt, dass die biologische Vielfalt auch für dieWirtschaft unverzichtbar ist. Tatsächlich gibt es Sektoren, die eng mit dem Erhalt von Land und Biodiversität verbunden sind, wie die Fischerei, die Landwirtschaft, die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, aber auch das Bauwesen. Wenn wir an einige Regionen der Welt denken, in denen die Landwirtschaft die einzige Lebensgrundlage ist, dann bedeutet die Erhaltung oder Wiederherstellung der Artenvielfalt auch die Wiederherstellung von Arbeitsplätzen.

Artenvielfalt für Traubenlieferant Ca‘ Corniani
Was sind die Ziele der EU-Biodiversitätsstrategie 2030?
Zu den Zielen, die von allen Mitgliedstaaten gemeinsam erreicht werden müssen, gehören die Umwandlung von 10 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Gebiete mit hoher biologischer Vielfalt und die Schaffung von mindestens 30 Prozent europäischer ländlicher und mariner Schutzgebiete.
Dank einiger wichtiger Maßnahmen, die in einem neuen Rechtsrahmen für die Wiederherstellung der natürlichen Umwelt vorgesehen sind, will Brüssel degradierte Ökosysteme regenerieren. Dazu gehören die Verbesserung des Erhaltungszustands von mindestens 30% der Lebensräume, die Renaturierung von 20.000 km Flüssen und die Pflanzung von 3 Milliarden Bäumen bis 2030.
Der Schutz der Fauna, insbesondere von Vögeln und Insekten auf landwirtschaftlichen Flächen, ist eine weitere Art der Intervention. Ein besonderes Augenmerk gilt den Bestäubern, die für 75 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelvielfalt verantwortlich sind. Einige konsequente Maßnahmen sind die Reduzierung chemischer Pestizide und der damit verbundenen Risiken um 50 Prozent, aber auch die Erhöhung von mindestens 20 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche, die dem ökologischen Landbau gewidmet ist. Von grundlegender Bedeutung ist die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, einer nicht erneuerbaren Ressource.
Angesichts des aktuellen Gesundheitsnotstands haben wir erkannt, dass unser Überleben eng mit dem Vorhandensein der biologischen Vielfalt auf dem Planeten Erde verbunden ist. Wir müssen daher erkennen, dass das Nicht-Ergreifen von Maßnahmen zu deren Schutz bedeutet, dass das natürliche Gleichgewicht gestört und die globale Ernährungssicherheit untergraben wird.



