Wir hören immer mehr über Lebensmittelwälder oder essbare Wälder, aber was genau ist das?
Der Pionier war der Engländer Robert Adrian de Jauralde Hart, der Mitte des 20. Jahrhunderts begann, an dem Konzept des Lebensmittelwaldes zu arbeiten. In Italien wird diese nachhaltige Anbautechnik Gartenwald, essbarer Wald oder Obstgartenwald genannt.
Der Lebensmittelwald ist als nachhaltiger, multifunktionaler und pflegeleichter Anbau konzipiert. Nach dem Vorbild des Ökosystems Wald wird die ausgewählte Fläche in mehreren Schichten bewirtschaftet: Stauden, Sträucher und Bäume. An erster Stelle stehen Obstbäume, gefolgt von essbaren Beerensträuchern und schließlich Stauden und einjährige Pflanzen.
Dieses Ökosystem hat die Fähigkeit, in Synergie mit den wilden Pflanzen und Tieren, die in diesem besonderen Lebensraum leben, Nahrungsmittel zu erzeugen. In der Tat ist der Lebensmittelwald eine nachhaltige Weiterentwicklung des traditionellen Gemüsegartens, der so in ein mehrjähriges, stabiles und vor allem „selbstfruchtbares“ Anbausystem verwandelt wird.
Er ist ein Ort des Experimentierens, an dem traditionelle Pflanzen angebaut und Kombinationen mit ungewöhnlichen Pflanzen gewagt werden können.
Die positiven Aspekte eines essbaren Waldes sind vielfältig, zwei davon sind die wichtigsten: die Harmonie, die zwischen Mensch und Natur entsteht, und die Rationalisierung der Ressourcen.
Der Anbau eines essbaren Waldes ermöglicht es uns, Nahrung für uns selbst und für die darin lebenden Tiere zu gewinnen, diebiologische Vielfalt durch die Schaffung eines besonderen Mikroklimaszu erhöhen, Sauerstoff zu produzieren, die Erosion zu bekämpfen und Ressourcen wie organisches Material, Wasser und Mineralien zu optimieren.

Schließlich dürfen wir einen weiteren positiven Effekt dieser Praxis nicht vergessen: den psychophysischen Nutzen. Wir alle wissen, dass der Kontakt mit der Natur positive Gefühle und Wohlbefinden hervorruft; deshalb wurde der Lebensmittelwald auch forestasì genannt.



